Als ich zu überlegen begann, was ich hier über mich berichten könnte, wurde mir etwas bewusst, das mir bis zu diesem Moment nie wirklich aufgefallen war. Meine Leidenschaft fürs Nähen ist nicht aus sich selbst heraus entstanden, wie es bei Dingen geschieht, die man einfach seit jeher gern tut,nein, sie hat sich erst später entwickelt und zwar aus einem ganz konkreten Bedürfnis heraus. Dem Bedürfnis selbst herzustellen, was ich nicht mehr kaufen und konsumieren wollte.

Kleidungsstücke, die mir tagtäglich die Ausbeutung der Arbeitskräfte, die schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen, die Umwelt und Haut- schädlichen Materialien und Produktionsweisen vor Augen hielten, Kleidungsstücke, die ich aber doch brauchte.

Und so begann ich, in winzigen und unscheinbaren Details, Stück für Stück, dort wo es irgendwie machbar war, meinen Teil zu tun, um diesem System nicht ganz hilflos ausgesetzt zu bleiben. 

 Eine Hautcreme ohne Konservierungsstoffe und Chemie, selbstgemachte Zahnpasta, Brot aus dem eigenen Ofen. Die bunten Seiten alter Kataloge als Geschenkpapier,  eine Geldtasche aus den Stoffen vom Dachboden, Taschentücher aus den Hemden des verstorbenen Onkels, ein Rucksack, die ersten Hosen, Pullover.

Was für ein gutes Gefühl.. genau so habe ich meine Leidenschaft für das Nähen entdeckt; die Leidenschaft fürs Nähen, aber noch mehr einfach das Glück meinen kleinen Teil zum Guten beitragen zu können: In vielen kleinen Versuchen, immer wieder neu probierend und auch nach vielen Fehlschlägen, beim Zeichnen der Modelle, beim Nähen komplizierterer Passagen, immer wieder dazulernend, merken es geht, ich kann was tun. Dieses Tun brachte große Freude mit sich, nicht nur für mich, die ich mich nicht mehr ausgeliefert und machtlos fühlte, sondern auch, wie ich mit der Zeit entdeckte, für die Menschen, die an den Kreationen Gefallen hatten und mich auf diesem Weg bekräftigten. 




Was gibt es noch zu mir zu sagen? ..ich liebe Natur und Tiere, und für den Rest hören wir uns am besten persönlich!! Bis bald!! :)